



Doris Aichinger
geprüfte Pferde- &
Osteosacral-Therapeutin
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Doris Aichinger


Pferdeosteopathie und -Physiotherapie ist in Deutschland inzwischen etabliert. Durch eine gezielte Therapie kann den meisten Pferden hier gut geholfen. Trotzdem wird der Therapeut oft relativ spät gerufen, da erste Anzeichen, die auf Funktionsstörungen hinweisen, vom Besitzer oft nicht erkannt werden.
Lesen Sie nachfolgend
Der Pferdekörper versucht zunächst, die Funktionsstörungen zu kompensieren. Dies führt jedoch dazu, dass andere Strukturen vermehrt belastet oder überlastet werden, woraus sich oft weitere Problemzonen entwickeln. Sichtbar werden die Probleme erst, wenn sie der Körper nicht mehr ausgleichen kann. Da dies ein schleichender Prozess ist, fallen dem Besitzer Veränderungen erst auf, wenn diese bereits weiter fortgeschritten sind.
Ein jährlicher Gesundheits-Check hilft rechtzeitig die Problemzonen zu erkennen. Häufig sind Genick und Rücken des Pferdes betroffen, da gerade diese Bereiche höheren Belastungen ausgesetzt sind. Ein entsprechend ausgebildeter Therapeut kann die betroffenen Bereiche auffinden und beheben, bevor weitere Folgeschäden entstehen.
Die Symptome sind beispielhaft aufgeführt. Die Aufzählung ist daher sicher nicht vollständig. Es macht jedoch deutlich, dass Funktionsstörungen im Bereich Rücken und Genick weitreichenden Auswirkungen haben.
Wie ernst sind die Verspannungen und Blockaden zu nehmen?
Gerade im Bereich von Genick und Wirbelsäule können Funktionsstörungen weitreichende Folgen haben. Das im Wirbelkanal liegende Rückenmark ist zusammen mit dem Gehirn die wichtigste Steuereinheit des Organismus (sog. zentrales Nervensystem ZNS). Nervenimpulse von und zum ZNS werden über die Spinalnerven, die zwischen den einzelnen Wirbelkörpern austreten, zu Muskeln und Organen geleitet. Ist diese Informationsweiterleitung gestört, sind die Folgen weitreichend:
Ist ein Gelenk blockiert, bauen die gelenksnahen Muskeln eine Schutzspannung auf, um das Gelenk zu stabilisieren. Kann dem nicht durch gymnastische Übungen entgegengewirkt werden, bleibt eine dauerhafte Verspannung. Die Verkrampfung der Muskulatur hat weitere Folgen:
In welchen Situationen können Verspannungen und Blockaden entstehen?
Die Ursachen, die zu Blockaden und Verspannungen führen können, sind ebenfalls vielfältig:
| > | Trauma/Verletzungen: | verursacht durch Sturz, Stolpern, Ausrutschen oder Festliegen in der Box |
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Unterforderung/ Bewegungsmangel: |
zu wenig freie Bewegung nimmt Pferden die Möglichkeit, Verspannungen durch Buckeln oder Wälzen selbst zu lösen |
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Überforderung/ einseitiges Training: |
jede Disziplin fordert das Pferd auf unterschiedliche, spezifische Weise, Funktionsstörungen der Wirbelsäule können die Folge sein |
| > | Reiter: | durch eine einseitige Reitweise, einen unausbalancierten Sitz und falsche Zügelführung werden Rücken und Genick des Pferdes teilweise massiv (!) überlastet |
| > | Ausrüstung: | schlecht sitzende Sättel, Decken, Halfter, u.s.w., falsche Verwendung von Hilfszügeln |
| > | Zähne: | Mangelnde Zahnkorrektur, Haken, Zacken und Wellen an den Zähnen führen zu Blockaden des Kiefergelenks, die sich im laufe der Zeit über den gesamten Körper fortsetzen. Empfehlung: Mindestens 1x/Jahr vom Tierarzt kontrollieren lassen |
| > | Beschlag: | Zu lange Beschlagsintervalle, ungleich abgelaufene Hufe führen zur Überlastung einzelner Strukturen. |
| > | Narkose: | Unkoordinierte Bewegungen beim Ablegen und Aufstehen |
| > | Transport: | Lange Transporte, Unfälle, schlecht gefederte Hänger |
| > | Trächtigkeit/ Geburt: | Durch die Hormonumstellung ist der Bandapperat der Stute während der Trächtigkeit lockerer. Gerade bei schweren Geburten kann es zu Bockaden im Becken und Lendenbereich kommen. |
Generell gilt: Bei Unfällen, akuten Erkrankungen, entzündlichen Prozessen und Verdacht auf Frakturen/Fissuren, Bänder-, Sehnen- bzw. Muskelriss in jedem Fall zuerst den Tierarzt rufen.
